Himmelfahrt

14. Mai 2026

Pastorin Iris Junge, Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Marien Uelzen

Wort zum Himmelfahrtstag, 14.05.2026

Iris Junge (Foto: privat)

„Meinst du das Wetter hält sich?“ Er blickt skeptisch in den Himmel. „Gemeldet haben sie ja gutes Wetter!“, erwidert sein Kumpel. Egal! Sie ziehen unbeirrbar weiter, von Ort zu Ort über Fuß-, Feld- und Waldwege. Mit dabei die Bässe aus der Box, begleitet von dem Klirren der Flaschen im Bollerwagen. Die Vatertagstour ist ein Muss, was auch immer sie da oben am Himmel sehen.

Seit Urzeiten schauen Menschen in den Himmel auf Wolken und Sternbilder. Der Blick himmelwärts gab von je her Auskunft über die Zukunft. Die einen treffen Vorhersagen über das Wetter. Die anderen, wie die alten Griechen, meinten am Stand der Planeten das Schicksal der Menschen ablesen zu können.

Mich fasziniert der Himmel immer wieder. Ich kann mich an manchen Tagen gar nicht satt sehen - sei es am Farbenspiel des Sonnenuntergangs, sei es am Vollmond in der Nacht. Schon so oft gesehen und doch: Der Himmel zieht uns immer wieder in seinen Bann. Verliebte schauen verträumt in den Sternenhimmel. Und wem hier unten alles zu bedrückend und zu eng wird, der genießt die wohltuende Weite und schickt Stoßgebete gen Himmel, im Vertrauen darauf, dass da oben jemand ist, der Auskunft gibt.

Der Himmel bietet so viel endlosen Raum. Raum für unser Forschen und Fragen. Raum für unsere Liebe, Sehnsucht und Träume. Raum für unsere Bitten und Klagen. - Und genau dorthin, so heißt es, ist Jesus aufgefahren. „Jesus schied von ihnen und fuhr auf gen Himmel.“ So wird in der Bibel von Jesu Himmelfahrt berichtet. Und genau so bekennen Christinnen und Christen es im Glaubensbekenntnis: „Aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters“. Jesus ist an der Seite Gottes, ist wie Gottes Gegenwart nicht mehr gebunden an einen bestimmten Ort, an eine bestimmte Zeit hier auf Erden. Er ist - wie der Himmel - überall zugegen. Er ist dort anzutreffen, wo meine Sehnsüchte und Hoffnungen hinzielen, wo meine Ratlosigkeit und Sorgen nach Antworten suchen. Er nimmt den Raum ein, wo ich ratlos nach oben schaue und frage: Wie geht es hier auf Erden nur weiter?

Und dann blicke ich in den Himmel: Die Wolken geben mir Auskunft, ob es hier auf Erden regnen wird. Die Sterne geben Auskunft, wo auf Erden ich mich befinde. Und der Regenbogen? Er erinnert mich daran, dass Himmel und Erde miteinander verbunden sind, dass Gott seinen Bogen gespannt hat zwischen sich und uns, zwischen Himmel und Erde. So wie er es versprochen hat: „Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“ (1. Mose 9,13)

Pastorin Iris Junge,
Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Marien Uelzen

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