Mit Frodo und Sam von der Dunkelheit ins Licht

Nachricht 05. November 2026

Reformationsgottesdienst am 31. Oktober in der Dreikönigskirche Bad Bevensen: Rund 500 Gäste erleben „Der Herr der Ringe“ im Dialog mit der Bibel

„Ich kann auch nicht versprechen, dass er leicht wird. Aber ich kann neben dir gehen.“ Mit diesen Worten tritt Sam an die Seite des verängstigten Frodo, ein Dialog aus Mittelerde mitten in der Bad Bevenser Dreikönigskirche. Rund 500 Menschen feierten am Reformationstag einen Gottesdienst, der Motive aus J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ mit biblischen Texten verband. Moos, Blätter, Licht und Musik verwandelten die Kirche in eine Landschaft zwischen Auenland und Mordor, und manche Gäste kamen kostümiert.

Vorbereitet hatten den Abend Pastorin Carolin Luck und Pastor Johannes Luck gemeinsam mit einem Team. Eine Spielszene im Rat von Bruchtal gab das Thema vor: Hoffnung entsteht dort, wo Menschen einander beistehen. In seiner Predigt griff Johannes Luck die Erfahrung auf, einen Weg gehen zu müssen, den man sich nicht ausgesucht hat, etwa durch Krankheit, Trennung oder Verlust. Frodos „Ich habe Angst“ sei keine Schwäche: „Es ist mutig, zu seiner Angst zu stehen.“ Gottes Zusage laute nicht, dass es keine dunklen Täler gebe, sondern: „Du musst da nicht allein durch.“

Anschließend machten sich die Besucherinnen und Besucher selbst auf den Weg durch Mittelerde. In den Hallen von Moria konnten sie Belastungen aufschreiben und zurücklassen. Im Auenland gab es Speisen und Getränke, und unter dem Weißen Baum Gondors empfingen sie einen persönlichen Segen. Ein Kronenstempel auf der Hand erinnerte an die Würde jedes Menschen, eine Würde, „die euch niemand nehmen kann“.

Den Bogen zum Reformationstag schlug Carolin Luck über die Auseinandersetzung mit Angst und Dunkelheit: Auch Luther habe nach Wegen gesucht, wieder zum Licht zurückzufinden.

Anne-Kathrin Schwanitz (Sprengel Lüneburg)