Brauche ich die Fastenzeit?

18. Februar 2026

Wort zum Aschermittwoch, 18.02.2026 (Beginn der Fastenzeit)

Pater Christoph Domagalski (Foto: privat)

Alle Christen weltweit beginnen an diesem Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit, die Vorbereitung auf unser größtes Fest des Glaubens, die Auferstehung Christi – Ostern.

In dieser besonderen Zeit macht man sich Gedanken: Was möchte ich persönlich für Leib und Seele erreichen? - Wer aber sein Ziel erreichen möchte, muss einen Plan haben und auf einiges verzichten. Man kann nicht alles mitnehmen, nicht alles haben. Zu viel wäre eine Belastung für unterwegs. Nur das Wichtigste, das Sinnvolle, das hilft.

In unserer Zeit mögen die Menschen viel konsumieren und genießen. Ich meine damit nicht nur Lebensmittel - das auch, aber vor allem Alkohol im Übermaß. Und wie schaut es aus mit dem Konsum von Handy, Internet und Fernsehen? Wie viel Zeit opfern Sie täglich dafür? - Es ist nicht verboten, aber im Übermaß ungesund und schädlich für die Seele. Und wenn die Seele leidet, leidet auch der Körper. Der Mensch wird krank. Es kann auch eine Falle sein, die zur Abhängigkeit und zu einer gefährlichen Sucht führen kann.

Viele Menschen sagen: Ich habe Übergewicht und möchte in der Fastenzeit abnehmen. - Es ist gut, aber wir sollten nicht nur an die Figur denken. - Und was ist mit dem Übergewicht der o. g. Dinge, die sehr ungesund auf die Menschen - ob jung oder alt - wirken und noch mehr belasten? Was ist mit dem Geist, mit der Seele?

Vielleicht noch ein Aspekt dazu: Wie funktioniert die Kommunikation in der eigenen Familie und mit den anderen Menschen? Wie oft gibt es Streit wegen Kleinigkeiten? - Versuchen Sie auf das Schädliche zu verzichten. Das führt zur inneren Freiheit. Wer alles haben will, was er sieht, wird davon abhängig. Er ist nicht mehr frei. Er lässt sich von außen bestimmen und von den Bedürfnissen beherrschen.

Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, das zu korrigieren, was außer Kontrolle geraten ist, und auch mehr Zeit im Gebet, im Nachdenken für sich selbst zu gewinnen und damit zum inneren Frieden zu finden.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und gesegnete Fastenzeit.

Pater Christoph Domagalski
Kath. Pfarrgemeinde Uelzen

Angedacht - Hier können Sie das „Wort zum Aschermittwoch“ anhören.