„Jetzt ist aber mal Schluss mit lustig …“, meinte dieser Tage ein Gemeindeglied aus Spaß, nachdem wir in den letzten Monaten und Wochen, die großen kirchlichen Feste, Kirchjubiläum, Lichter-Gottesdienst, Taufe und Konfirmation und manches Projekt so bunt und fröhlich zusammen gestaltet und gefeiert haben. Alle Anwesenden mussten schmunzeln und fingen an zu protestieren. „Es kann ruhig so weitergehen“, so die einhellige Meinung.
Mit dem morgigen Trinitatissonntag feiern wir noch einmal ganz kompakt die „ganze Gottesfülle“: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes…“, so schreibt es Paulus, „… sei mit euch allen!“
Diese Geschenke nehmen wir ja mit in unseren Alltag, mit allen seinen Höhen und Tiefen, mit Lachen und Weinen, was mit diesen Geschenken Gottes aber gesegnet sein soll.
Gnade: Das heißt doch, jede/r ist angenommen und voraussetzungslos geliebt. Ein Willkommen, ohne Vorbedingungen. Wo meine Fehler vergeben und Wunden heil werden können …, bei diesem Gott in Jesus Christus, der mir Leid und Tod abnimmt, bei mir ist und durchträgt, bis die Schritte des Lebens wieder möglich sind, hier und in Ewigkeit.
Danke! Ich will dieses Geschenk auspacken und gelten lassen, für mich und andere.
Liebe: Die jede/n gewollt und so wundervoll und einzigartig geschaffen hat. Jede/r ein „Gedanke Gottes“. Nicht in ein Vakuum gesetzt, sondern in Gottes wunderschöne Schöpfung, unter seiner Fürsorge und seinem Schutz. ER traut es uns zu, wie er selbst, gut damit umzugehen, und sie in Liebe zu gestalten. Eben wie ein Vater, der seine Kinder nicht vergisst, bei IHM in den Händen gehalten und geborgen.
Danke! Ich will dieses Geschenk auspacken und gelten lassen, für mich und andere.
Gemeinschaft: Die alle Geschöpfe umfasst und meint. Wie Gott selbst in sich nicht alleine ist, sondern Beziehung lebt, so sind wir alle dort mit hineingenommen, durch seinen Heiligen Geist, der seit der Taufe in uns wohnt, und seit Pfingsten alle Menschen erreichen will. Heilig heißt doch nichts anderes als „zu Gott gehörig“. Grenzenlos, wie Luft zum Atmen, wie ein erfrischender Windhauch, der alten Staub wegbläst und auch Wüstenzeiten überstehen lässt. Wo Freiheit weht.
Danke! Ich will dieses Geschenk auspacken und gelten lassen, für mich und andere.
Mit dem Trinitatisfest beginnt eben nicht, wie früher oft gesagt, die „festlose Zeit“, sondern, wie wir es dann noch mit den Gemeindegliedern gesungen haben: „Unser Leben sei ein Fest, …sei ein Dank, …sei ein Dienst. Jesu Geist in unserer Mitte, …Jesu Sinn in unseren Herzen, Jesu Liebe in unseren Werken…, unser Leben sei ein Fest, heut und morgen und an jedem Tag.“ (Ev. Gesangbuch, 557)
Das lasst uns mit allen zusammen mutig, bunt und vielfältig feiern, leben und gestalten, gerade in unserer Zeit. Ich freue mich darauf.
Pastor Robert D. Mogwitz,
Ev.-Luth. Christusgemeinden Uelzen und Molzen (SELK)