Freudestrahlend kommt sie auf mich zu. Sie begrüßt mich herzlich und spricht mich auch mit meinem Namen an. Während ich noch überlege: Woher kennen wir uns? Wann sind wir uns begegnet? Und vor allem, wie war noch mal ihr Name? So belasse ich es erst einmal bei einem „Ja, hallo!“ Mit solcher unpersönlichen Anrede kann man ja nichts verkehrt machen. Doch zu einem Gespräch und einer Begegnung, die auch in die Tiefe führt, gehört es einfach dazu, den anderen auch bei seinem Namen zu nennen.
Der Name eines Menschen ist ja nicht nur Schall und Rauch. In meinem Namen steckt die ganze Persönlichkeit. Werde ich bei meinem Namen gerufen, dann weiß ich: Ich bin gemeint!
So geht Gott auch auf uns Menschen zu. „Mensch, wo bist du?“, wird Adam im Paradies gerufen. Die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel beginnt, indem Gott einen neuen Namen verleiht. Abram wird von Gott angeredet: „Dein Name soll Abraham sein, denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker“. Seinem geliebten Volk Israel ruft Gott zu: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Gottes Ruf und Anrede geht aber auch über sein Volk Israel hinaus. Gott will wirklich ein Vater vieler Völker sein. Darum hat er seinen Sohn gesandt, der den Auftrag erteilt: „Geht hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker!“ Seitdem werden Menschen aus allen Völkern von Gott beim Namen genannt, berufen, persönlich angesprochen.
Bei jeder Taufe wird der Name des Kindes genannt, bevor es dann heißt: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Mit der Taufe spricht Gott dich und mich ganz persönlich an: „Ich habe dich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Und du darfst auf diese persönliche Anrede Gottes antworten. Mit Gott sprechen, wie Kinder mit ihrem Vater reden. So hat es Jesus, der Sohn Gottes, uns gelehrt: „Wenn ihr betet, so sprecht: Vater unser im Himmel!“ Voller Vertrauen dürfen wir Gott anreden in der Zuversicht: Gott ist bei mir! Alle Freude, alle Sorgen, alles, was mich bewegt, kann ich ihm anvertrauen. Er hat ein offenes Ohr für mich. Er lässt den Gesprächsfaden niemals abreißen. Er will hören und kann helfen. Dass dies so ist, das macht sein Name deutlich. Gott hilft, das heißt auf Hebräisch: Jeschua, Jesus. Bei diesem Namen will Gott genannt sein.
Josef, dem Sohn Davids, wird vom Engel des Herrn befohlen, Maria seine Frau zu sich zu nehmen und dem Kind den Namen Jesus zu geben, „denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden“. So ist es geschehen bei der Geburt von Jesus, dem Retter und Helfer. Seitdem hat Gott einen Namen: Jesus, Gott hilft. Du darfst ihn bei seinem Namen nennen.
Und wenn ich mal wieder einen Namen vergesse und mir partout nicht einfällt, wie mein Gegenüber heißt, wird Gott das nicht passieren. Er hat mich bei meinem Namen gerufen! Und spricht: Du bist mein! Das verbürgt er mit seinem Namen: Jesus, Gott hilft.
Pastor Andreas Eisen,
Christus-Gemeinde Nettelkamp
Zionsgemeinde Klein Süstedt (Selbständige Ev.-Luth. Kirche)