Es war für mich eine gewisse Erschütterung meines Glaubens, als ich mir vor einigen Jahren etwas eingestehen musste. Dabei geht es um das Versprechen Gottes an Noah am Ende der Sintflutgeschichte: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ - Mag manche Katastrophe über die Welt ziehen, dachte ich immer, dieses Versprechen steht fest! ... bis mir die gravierenden Folgen des Klimawandels deutlicher wurden.
Wenn ich die Bilder dieses Sommers sehe, die Waldbrände und Flüsse ohne Wasser, dann frage ich meinen Gott erneut: Was ist mit deinem Versprechen an Noah?
Andererseits weiß ich auch, dass wir nicht Gott für den Klimawandel verantwortlich machen können. All das kommt doch durch den ungebremsten Wachstumshunger und Konsum von uns Menschen. Was wäre das für ein naiver Glaube, wenn wir meinten, Gott ist jemand, den wir vom Himmel herabbeten könnten, all die Fehler und Versäumnisse der Menschen auszubügeln?
Ebenso stimmt aber, dass es Menschen sind, die ihr Verhalten ändern können und damit für neue Hoffnung sorgen. Und auch davon ist die Bibel voll: von Personen, die umkehren und mit kleinen Schritten einen großen Unterschied machen. Oder wie Dietrich Bonhoeffer es einst formuliert hat: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.“
Jeder von uns kann so ein Mensch sein.
Pastor Ulrich Hillmer,
Seelsorger im Helios-Klinikum Uelzen, im Heiligen-Geist-Stift und im Wichern-Haus Uelzen