Mit Vergebung beginnt das Wunder

11. Oktober 2026

Astrid Neubauer ist Pastorin in Uelzen mit dem Schwerpunkt „Seelsorge im Alter“

Wort zum Sonntag, 11.10.2026 (19 So. n. Trinitatis)

Pastorin Astrid Neubauer (Foto: privat)

Doch. Jesus kann das. Das erzählt diese Geschichte von dem Gelähmten und seinen vier Freunden. Die wollen ihn zu Jesus bringen, damit der ihn ins Leben zurück holt. Sie kommen kaum durch zu Jesus, weil das ganze Haus voller Menschen ist. Aber sie haben nur diese eine Chance und lassen sich etwas einfallen. Am Ende legen sie ihm den Freund direkt vor die Füße. Mehr Hoffnung und Vertrauen geht nicht.

Jesus sieht das und sagt: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Damit ist nicht gesagt, dass der das nötiger hätte als alle anderen im Raum und auf dem Dach. Vergebung haben alle nötig. Dieser Mann auf der Trage eben auch. Und weil Jesus ihm das bieten kann, tut er genau das. Denn seine Aufgabe ist es, unsere Beziehung zu Gott in Ordnung zu bringen. Davon erzählt nicht nur diese Geschichte aus dem Markusevangelium, Kapitel 2. Das tut Jesus sein ganzes Leben lang. Und tut es auch noch mit seinem Tod.

Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? Jesus kann. Und er tut es, weil das Leben dieses Menschen sonst verkorkst wäre. Und bliebe. „Heile mich, Herr, so werde ich heil; hilf mir, so ist mir geholfen“ heißt es im Wochenspruch aus dem Jeremiabuch. Mit der Vergebung der Sünden beginnt das Wunder. Kann der Mann von seiner Trage aufstehen. Kann er nach Hause gehen und sein Leben weiter leben, heil und frei. Weil ihm in Jesus Gott selbst begegnet ist.

Die Aufforderung an ihn wird zu einer Aufforderung an uns Lesende: Ich sage Dir, steh auf, nimm Dein Bett und geh! Da gibt es noch genug zu tun. Was lähmt uns? Was nimmt mich gefangen? Was hindert dich am Leben? Wo Jesus uns freispricht von dem, was uns fesselt, da fängt das Wunder erst an.

Astrid Neubauer,
Pastorin in Uelzen mit dem Schwerpunkt „Seelsorge im Alter"

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